Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

die Sache mit dem Urlaub 20

Ein Zirkel für die Kugel II



Mein Herz

Nun bin ich schon so lange fort von Euch. Ich hoffe so sehr, dass es unserem kleinen Thut gut geht. Ich weiß, dass er noch nicht weiß, dass ich nur für ihn von zu Hause fort bin. Er spürt doch nur, dass ich nicht da bin. Jetzt musst Du ihn doppelt so lieb haben.

Vor kurzem haben wir Neuseeland verlassen und erreichten Australien. So weit weg am anderen Ende der Welt. Dunja überrascht mich immer wieder. Auf dem Schiff angelte sie auf einmal mit einem Eimer eine Würfelqualle und begann mit ihr zu spielen. Ich war entsetzt und warnte sie, da diese Quallenart die giftigste der Welt wäre. Aber Kajaner scheinen gegen dieses Gift immun zu sein.

Noch immer haben wir das Eiskugelbruchstück bei uns. Geschützt durch Dämonias Kältezauber widersteht sie sogar der Australischen Sonne. In einem kleinen Kaff im Outback namens Walkabout Creek trafen wir tatsächlich auf Mick „Crocodile" Dundee. Er bat uns, ihn ein Stück in den Busch mitzunehmen.

Als wir ihn wieder absetzten, trafen wir auf zwei Aborigines, die uns erzählte, dass sie ein von Wilderern erschossenes Känguru gefunden hätten. So lud er uns kurzerhand zum Kängurubraten ein. Nicht so wie man es in einem Restaurant bekommen würde – die es hier eh nicht gibt - sondern so, wie die Eingeborenen es zubereiten.

Auch wenn ich bezüglich des Feuers skeptisch war, muss ich doch zugeben, dass es mich sehr neugierig machte. Die beiden Aborigines begannen ein Loch auszuheben und zündeten ein Feuer darin an, das schnell zu Glut werden würde.

Und als wenn ich es geahnt hätte, erhob sich Flambada aus den Flammen. Sie lachte höhnisch und verlangte erneut das Eiskristall. „Niemals“ antwortete Dunja und hob Quallie aus der Box, in der sie die kleine Würfelqualle mitgenommen hatte.

Ehe Flambada noch ein Wort sagen konnte, sauste das glibberige Wesen durch die Luft. Mit einem lauten Klatschen landete die Qualle in Flambadas Gesicht und die überaus giftigen Tentakeln umschlangen ihren Kopf.

Sagen konnte sie nichts, da die Qualle ihr Gesicht bedeckte. So sahen wir nur, wie sie sich vor Schmerzen krümmte und wieder im Bode verschwand. Noch bevor Mick und seine beiden Freunde "uns verteidigen" konnten.

Was blieb war das von Flambadas Lavatentakeln durchgebratenes Känguru, welches wir und nun gemeinsam schmecken ließen. Nur Dunja vermisste ihr Haustierchen.
Aber auch Australien verließen bald wieder. Wieder auf unserem Warpkürbis-Boot steuerten wir weiter nach Norden, als wir auf einmal eine seltsame Melodie in der Luft hörten. Wind kam auf. Als wir in den Himmel blickten sahen wir zwei gewaltige Schwingen. Fast lautlos bewegte sich das riesige Wesen durch den Himmel. Eine überdimensionale flauschige Motte flog über uns hinweg. In jedem ihrer Beine hielt sie glitzernden Punkt fest.

Uns schien sie aber übersehen zu haben. So kamen wir ohne Zwischenfall bis nach Singapur. Eine furchtbar große und hektische Stadt. Das Diwali-Lichterfest stand vor der Tür. Überall brannten Lichter, was mich beunruhigte. Schließlich könnte jederzeit Flambada wieder auftauchen. So entschieden wir uns einen Bummel durch den alten Basar zu machen, um vielleicht doch noch ein Mitbringsel zu erstehen.

Jedoch nach Unmengen an Laternen und Feuerwerk, wollten wir nur wieder zurück ins Hotel Shangri-La, in das man uns freundlicher Weise eingeladen hatte. Hier sitze ich nur in dem zauberhaften Hotelgarten und wünschte Ihr währt bei mir.
Ich melde mich bald wieder bei Dir

Küss Thut von mir
In Liebe Deine Isis



Mein lieber Freund

Es ist schon eine Weile her, dass ich mich gemeldet habe, aber ich bin so unglücklich. Nicht nur, dass Igor anscheinend nur Augen für Flambada hat. Die Rettung des Weltklimas scheint doch zu viel für uns zu sein…


Als wir Singapur verlassen wollten, war das Diwali-Lichterfest in vollem Gange. Schon am Tag zuvor waren wir durch den Basar der Altstadt gekommen. Dieses Mal wollten wir gar nicht anhalten, als eine bezaubernde Frau und zurief anzuhalten.

Ich gebe zu, wir waren neugierig und hielten an. Die Frau in dem bestickten roten Seidenkleid führte uns zu einem der Läden, in dem eine andere Verkäuferin stand.

Vor allem die unglaublich schönen bedruckten und bestickten Seidenstoffe faszinierten uns so sehr, dass wir gar nicht bemerkten, dass die bildschönen Singapurianerinnen sich verwandelten.

Als wir bemerkten, das wir den Feuerwesen in die Falle gegangen waren, hatten sie sich bereits mit Feuerwerk bewaffnet und standen zwischen uns und der Kutsche mit dem Eiskugelstück.

Zum Glück waren Dämonia und Qacciatella bei unserer Kürbiskutsche geblieben und waren auf dem Weg zu uns. Aber da hatten die Feuerwesen bereits ihre Sprengkörper noch uns geworfen.

Als diese explodierten, hatte Ischade alle Mühe, die Pferde zu beruhigen. Wir versuchten so schnell wie möglich in die Kutsche zu kommen. Nur Qacciatella stürzte sich mit dem Feuerlöscher nach vorn.

Aber es wurden immer mehr Feuerwesen. Aus allen Geschäften kamen sie auf die Straße. Qacciatella sprang auf den Wagen und wir eilten in Windesschnelle von dannen.

Diesen Kampf hatten wir verloren. Wir müssen lernen, vorsichtiger zu sein!
Weiter führte unser Weg Richtung Norden. Zeit, Angkor Wat zu sehen hatten wir keine. Nach der letzten Auseinandersetzung mit den Feuerwesen, wollten wir keine Zeit verlieren. Und so kamen wir erst im Himalaja zu stehen.

Das Eis der Hangri-Gletscher vor uns zerbrachen. Die breiten Eisspalten, so wunderschön sie auch in grün und blau schimmerten, waren für die Kutsche nicht zu überwinden. Also löste Dämonia den Zauber von den Hunden und den Apfel, der die Kürbiskutsche war, wollte ich wieder in meine Tasche stecken.

Aber Polly schlug vor, aus dem Apfel eine Brücke zu machen. Diese müsste sich zwar nicht schnell bewegen, aber zumindest dauerhaft halten. Gesagt getan, überquerten wir so die erste Gletscherspalte.

Drüben angekommen, war uns allen jedoch klar, dass die Kutsche hier nicht weiterkam. Warpkürbis oder nicht. Die hohen kantigen Felsen, die zwischen uns und Shangri La lagen, mussten wir anders überwinden.

Die Lösung kam von Dunja. Sie hatte über solche Technik gelesen. Und nun erhoben wir uns mit dem Luftschiff empor über die tiefhängenden Gewitterwolken.

Erst als wir mit einbrechender Nacht Shangri La erreichten, landeten wir und ich steckte unseren Warpapfel wieder ein. Vor dem Eingang des heiligen Ortes saß ein kleiner Löwenwächer. Als wir uns ihm näherten, fragte er, ob wir Reiswein hätten. Nein, er fragte, ob wir „Leiswein“ hätten.

Dämonia ging zu ihm und sagte ihm dass er doch noch zu jung für Reiswein wäre. Aber sie schenkte ihm doch etwas. Nämlich das „R“ des Reisweines, welches er danach makellos aussprechen konnte.

Der kleine Mönch mit der Löwenmaske lachte und lief hinüber zum Tor Shangri Las. Er rief nach den anderen Mönchen, die dort lebten und kündigte unser Kommen an. Langsam machten sich die meisten von uns an den Aufstieg.

Die schweren Holztüren öffneten sich und ich sah das magische Leuchten aus dem Inneren. Einer der weisen Herren war gekommen, um uns zu empfangen. Sie wussten schon lange, dass wir mit dem Stück der Kugel kommen würden und hießen uns in ihren heiligen Mauern willkommen.

Auch ich werde den anderen gleich nachfolgen. Aber vorher möchte ich meinen Brief an Dich beenden. Wer weiß, was mich dort drin erwarten wird.

In Gedanken daheim
Emely




Mein Vater

Ich kann kaum glauben, wie lange ich nun schon fort bin und wieviel ich von dieser wunderbaren Welt sehen durfte. Ich habe so viel gelernt - Du wärst stolz auf mich.

Und zum ersten Mal scheinen wir der Rettung des Weltklimas etwas näher zu sein. Als wir Shangri La verließen, lächelte Dämonia. Als ich sie fragte, meinte sie nur, sie hätte von den weisen Mönchen dort ein Geheimnis beigebracht bekommen. Dann legte sie den Finger auf die Lippen und wir gingen weiter.

Wir bestiegen erneut unser Luftschiff, um über die Unwegsamkeit des Himalajas hinwegzufliegen. Natürlich kostete es mehr Zeit, da uns die Geschwindigkeit der Huskys fehlte. Ab Xigazê würden wir wieder die Kutsche nehmen. Aber erstmal flogen wir und den Sonnenaufgang und genossen den Ausblick.

Worüber ich viel gelernt habe, ist die Art, wie die Menschen hier Beziehungen führen. Auch wenn ich es immer noch nicht verstehe. Wir waren schon wieder eine Weile unterwegs, als wir Karakorum erreichten. An der Silberbaumquelle trafen wir auf einige andere Teams. Unter anderem auch Özcan und Ayshe, die versuchten, Mylady mit etwas magischer warmer Suppe wieder auf die Beine zu bringen.

Bei ihnen war natürlich auch Igor. Emely scheint ihn schon längst als Gefährten gewählt zu haben. Aber weder hat sie ihm ihre DNA-Probe geschickt, noch er ihr eine Liste seiner Fähigkeiten und Talente, um festzustellen, ob beide kompatibel wären. Immer wenn sie sich sehen, schweigen sie, werden rot, lächeln schüchtern und das war es.

Und so war es auch dieses Mal. Während uns Kiki eine Tasse heißer Nudelsuppe brachte, saß Emely wieder da und sah verstohlen zu Igor hinüber. Polly sagte, sie solle doch hinübergehen und Hallo sagen. Aber sie meinte nur, er solle doch rüberkommen. Ich frage mich tatsächlich langsam, wo die kleinen Hexen herkommen.

Also fuhren wir weiter und gerieten nördlich von Ulan Bator in einen Sandsturm. Wir sahen kaum noch etwas, so dass wir uns an den Schienen der Transsibirischen Eisenbahn orientierten, um weiter Richtung Norden zu kommen.

Zumindest glaubten wir das. Solange bis die Schienen endeten. Polly meinte, das Teile der Strecke seit dem Zusammenbruch des Sozialismus nicht mehr gewartet wurden und die Natur sich das Land zurück nahm. Wir hatten uns verfahren. Da saßen wir nun und überlegten, an den Schienen wieder zurückzufahren, bis wir den richtigen Abzweig der Schienen fanden. Nur Emely saß da und weinte, dass sie zu ihrem Igor wolle.

Uns blieb nichts anderes übrig, als umzudrehen. Und so kamen wir erneut nach Karakum. Es waren andere Teams dort, als letztes Mal. Aber auch noch immer die Osebergs, denn Mylady ging es nur langsam besser und die Reise nach Norden würde umso gefährlicher werden für eine kranke Frau.
Und da saß Igor und trank Suppe.


Und Emely saß im Wagen und schaute hinaus zu Igor. Und Igor blickte immer wieder von der Suppe auf und schaute hinüber zu Emely. Doch dann stand Igor auf und kam mit einer Tasse Suppe herüber. Emely nahm sie ohne ein Wort entgegen und dann trottete Igor wieder zurück.

Als ich Dämonia fragte, ob das immer so läuft, meinte sie, manche Dinge bräuchten eben Zeit. Die Rettung der Welt allerdings nicht. Also gab Ischade den Pferden wieder die Sporen, während Emely jammerte, dass sie nicht wenigstens Danke gesagt hatte.
Ich weiß selbst nicht mehr, in welche Richtung wir fuhren. Aber irgendwann hörten wir schon von weitem Sirenen und Arbeiter kamen uns entgegen gelaufen. „Wohl Gasalarm in einer der Mienen.“ Vermutete Ischade. Der Großteil des Gases war allerdings schon verflogen, als wir eintrafen.

Woraufhin Polly eine Idee ausprobieren wollte. Sie zog wieder den Vulkanschutzanzug an und ließ sich mit unserem Eiskugelstück hinab in die Miene. Als sie hochkam, klebten zwei kleine Diamanten an dem Eis. Und sogar eine winzige Ansammlung Chronomantiumoxid. Da war Dämonia gar nicht mehr so verärgert über die verlorene Zeit.

Aber jetzt wurde es Zeit, weiter nach Norden zu fahren. Und wie es so kam, fuhren wir ein drittes Mal an der Silberbaumquelle vorbei. Emely wollte dort unbedingt noch mal halten. Sie wollte doch unbedingt Igor sprechen. Wir kamen an. Aber Mylady und ihr Team hatten sich auf die Weiterreise nach Norden gemacht und Igor war nicht mehr hier. Und wieder schluchzte Emely leise vor sich hin. Fräulein Sunflower brachte uns noch eine Tasse der köstlichen Nudelsuppe und dann brachen wir wieder auf.

Über kurz oder lang fanden wir hinaus aus der mongolischen Steppe hinein in die sibirische Taiga.

Gegen Abend erreichen wir Irkutsk. Ein kalter Ort am Ende der Welt! Die Kirchen der Innenstadt lassen einen eine andere blühende Zeit erahnen.

Aber die Obdachlosen in den verschneiten Straßen zwischen den Betonbauten, singen ein anderes Lied. Etwas außerhalb kamen wir an einer Blockhütte vorbei, aus der wir Musik hörten. Das mussten die berühmten Donkosaken sein. Draußen vor der Tür saß ein Mädchen.

Als wir sie fragten, warum sie draußen in der Kälte saß, erzählte sie uns, dass sie Swetlana hieß und eine Tochter des einen Kosaken wäre. Sie würde so gern auch mitsingen, aber dort wären Mädchen nicht erlaubt. Wir baten sie, mit uns hineinzugehen. Sie bot uns Zwiebelbrot und Pelmeni an. Und auch Wodka, von dem Emely sich ein Glas nahm.

Während dessen überredete Ischade Swetlana dazu, während der Pause mit ihr auf die Bühne zu gehen. Die Kosaken stießen mit Wodka an und Swetlana fing an Balalaika zu spielen. Dann betrat Ischade mit einem Säbel die Bühne und begann zu tanzen.

Armenischer Säbeltanz
Du kannst Dir den Jubel nicht vorstellen. Und dann betrat Igor den Raum…
Bevor ich das jetzt weiter beobachten werde, beende ich erstmal meinen Brief an Dich.

In Verehrung
Dunja



An Hans:
Gib diesen Brief wieder Pilzchen. Sobald wie möglich!


Mein kleines Pilzchen.

Jede Reise geht einmal zu Ende. Jede Geschichte braucht ihr gutes Ende. Und ich freue mich, Dir jetzt das Ende unserer Reise zu erzählen.

Wir waren tief in der Taiga. Von Irkutsk brachen wir auf Richtung Osten. Am glitzernden Baikalsee vorbei. Weit draußen sahen wir eine kleine Insel, von der eine besondere Aura ausging. Ich hatte bereits von der Insel der Schamanen gehört und ich gebe zu, dass es mich reizte, diese zu betreten.

Mein Versuch, auf meinem Besen hinüber zu fliegen, scheiterte allerdings. Die Schamanen von Olchon hatten eine unsichtbare Barriere um ihr Eiland, und ich konnte nur wenden und zurückkehren. Also fuhren wir weiter über den sibirischen Perma-Matsch-Boden.

Die steigenden Temperaturen waren deutlich zu spüren. Schließlich kamen wir zu einem alten Militärlager der roten Armee. Dort war schon lange niemand mehr gewesen und wir beschlossen, unseren Pferden eine Pause zu gönnen.

Wir stiegen aus und sahen uns etwas um. Dunja entdeckte eine alte Maschinenkanone. Ja, es mag ihrer jugendlichen Neugierde geschuldet gewesen sein, dass sie anfing diese von Menschen erschaffene Waffe zu untersuchen. Pollys Warnung, diese nicht anzufassen kam ebenso zu spät wie meine. Ehe wir es uns versahen, gab es einen lauten Bumm und fast zeitgleich einen noch lauteren Krach, als der alte Wehrturm einstürzte.

Als wir den angerichteten Schaden sahen, beschlossen wir, doch schnellstmöglich weiterzufahren.
Wie glücklich war ich, als wir das asiatische Festland hinter uns gelassen hatten. Unser Warpkürbis war wieder ein Schiff, die beiden Huskys zogen es als Orcas Alaska entgegen. Dort endlich würden wir das Stück Eiskugel Qvanilla zurückgeben und zusammen mit alle anderen die Kugel neu formen.
Wir mussten nur noch an den Aleuten vorbei. Von weitem sah ich noch Eis und Schnee glitzern. Aber als wir näher kamen, erkannten wir ein Feuer auf einem der Vulkane.

Erneut war es Flambada, die uns dort erwartete. Polly kletterte beherzt auf den Buck unseres Schiffes und begann auch diese Mal damit, der Schurkin ins Gewissen reden zu wollen. „Was willst Du denn mit der Eiskugel?“, schrie Polly zu der Vulkaninsel hinüber. „Wenn Du alles Eis der Welt zum Schmelzen bringst, wird der Meeresspiegel so weit steigen, dass jeder Vulkan der Erde überflutet sein wird.“ Doch Flambada war der Vernunft gegenüber taub und mit einem Feuerstrahl aus ihrem Dreizack setzte sie unser Schiff in Brand.

Ischade und Qacciatella schafften es gerade noch, die Eiskugel von Bord zu holen, bevor ich das Boot wieder in unseren Kürbis verwandeln musste und wir uns auf eine Eisscholle retteten. Mit meinem Besen versuchte ich vergeblich die Flammen zu löschen. Von weitem hörten wir Flambines Stimme: „Chefin, was wenn sie Recht haben? Haben wir den Meeresspiegel berechnet?“ Aber Flambada brüllte nur zu uns herüber: „DANN GEHT MIT EURER KUGEL UNTER! ICH VERLIERE NIE!“

„Chefin, es ist Zeit, nach Hause zu gehen!“, hörten wir wieder Flambine. Aber wir verfolgten das Gespräch nicht weiter. Unser Warp-Kürbis war verloren und wir mussten die Kugel in Sicherheit bringen. Vier von uns stiegen auf die Orcas. Auch wenn es ja behauptet wird, schwimmen Hexen nicht automatisch oben. So kam es uns zu Gute, das Dunja tatsächlich ihr kleines Nashorn gerettet hatte, das wir nun auch in ein uns tragendes Wassertier verwandeln konnten.

Ja, diese Schlacht hatten wir verloren. Aber die Kugel schien vorerst gerettet…
Es dauerte Tage, bis wir endlich Land sahen. Wir waren müde, durchnässt und durchgefroren. Und es war uns fast egal, wo wir gelandet waren. Nur endlich wieder Land unter den Füßen.

Ein in blanker Panik an uns vorbeirennender Kamtschatkabär verriet und zumindest, wo wir waren. Es deprimierte uns zutiefst, wieder in Asien zu sein. Wie sollten wir nun ohne den Warpkürbis zurück nach Alaska kommen.

Kurz darauf sahen wir ein bekanntes Gesicht wieder. Playmofool saß mit einer Kamera auf einem Stein und erzählte uns überschwänglich, dass nun alle seine Probleme erledigt wären. Als wir hoffnungsvoll nachfragten, ob er einen Weg zurück nach Alaska hätte, grinste er nur. Die Menschen sind schon seltsam.

Was uns immer wieder auffiel, waren die Geysire, an denen wir vorbeikamen. Immer wieder sprudelten heiße Wasserfontänen aus dem Boden. Dann war wieder Ruhe und was blieb waren warme Quellen. Kurzerhand entschlossen wir, die Gelegenheit zu nutzen, uns endlich aufzuwärmen. Es war wohlig warm und angenehm. Polly stimmte kaltes klares Wasser an und wir sangen mit.

So viel Spaß hatten wir schon lange nicht mehr gehabt. Aber bevor der Geysir erneut ausbrechen würde, mussten wir das warme Wasser wieder verlassen. All unser Gepäck war verbrannt und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns das Wasser abzuschütteln. Ischade hatte da als Werwölfin gewisse Vorteile.

Und jetzt war es an der Zeit, uns zu überlegen, wie wir nach Alaska kommen sollten.
Wir machten uns wieder auf den Weg zum Ufer und dachten nach. Ob wir die Huskys dieses Mal in große Flugtiere verwandeln sollten, die uns über den Nordpazifik tragen könnten. Oder ob ich allein mit der Kugelscherbe hinüberfliegen sollte und die anderen nachkommen würden. Aber das alles schien keine Lösung zu sein. Doch dann sahen wir am Ufer jemanden sitzen und angeln

Zu unserer überaus großen Überraschung war es Jimmy, der Geist der Dragonfly. Und wo der tote Schiffsjunge war, konnten die Elfenpiraten auch nicht weit sein. Sie hatten sich wohl verfahren und Captain Schneeflöckchen und Senfsamen waren schon seit Stunden über einen neuen Kurs am Diskutieren. Spinnweb und Bohnenblüte waren auf Landgang auf ihrer obligatorischen Suche nach Schätzen und Freunden. Umso größer war ihre Freude, als sie uns von weitem kommen sahen

Natürlich wurde sofort Kurs auf Alaska gesetzt. Die ganze Nacht hindurch erzählten wir uns die Abenteuer, die wir erlebt hatten, seit wir uns das letzte Mal sahen. Dunja berichtete Bohnenblüte stolz, was sie alles gelernt hat und Motte beschrieb Emely sein neustes Rezept für Fischpudding. Wir merkten gar nicht, wie schnell wir über das kalte Wasser dahinglitten. Und natürlich machten wir einen weiten Umweg um die Aleuten.

Dann erreichten wir Alaska. Ich verabschiedete mich von Captain Schneeflöckchen. Sie versprach noch eine Weile in den nördlichen Gewässern zu verweilen, da wir nach diesem Abenteuer sicher eine Passage zurück nach Europa bräuchten. Dunja und Bohnenblüte verabschiedeten sich wie alte Freunde und Polly versprach Spinnweb, für sie nach alten Schatzkarten zu suchen, sobald sie wieder zu Hause wäre.

Motte allerdings fiel auf, das Emely mit den Gedanken irgendwie nicht richtig bei seinem Rezept für norwegischen Fischkuchen war.
nd dann endlich erreichten wir den Denali. Schon von weitem sahen wir das Overfreeze- Hotel im Mondlicht glitzern. Die Inuit waren draußen und erwarteten die Rückkehr der Reisenden. Qvanilla hatte natürlich die Rettung der Eiskugel gespürt.


Es war, als würden wir heimkehren. Die Inuit des Denali kamen freudestrahlend auf uns zu und begrüßten uns, als würden sie uns schon ewig kennen. Die Huskys begrüßten ihre Herrschen und Frauchen. Ja, sie kamen nach all den Anstrengungen tatsächlich nach Hause. Wo sie nie wieder Gefahr laufen würden, Wale oder Mamuts sein zu müssen.

Qvanilla war überglücklich unser Stück der Eiskugel wieder bei sich zu haben. Nach und nach trafen dann alle Teams sein und jedes Stück der Kugel kam zum Denali zurück. Und jeder berichtete Qvanilla, die Weisheit aus Shangri La. Die Schamanin lächelte nur, denn sie wusste das Geheimnis der Magie besser als jeder andere.

Es war der Mut, die Aufopferung jedes Einzelnen dafür diese Erde zu retten und die Liebe zum Leben auf dieser Welt – sie stärkste Energie die möglich war, und sie genügte um die 16 einzelnen Stücke wieder zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. So erstrahlte die magische Eiskugel in kaltem Glanz. Alle Jubelten und waren s ausgelassen wie schon lange nicht mehr. Ayshe fiel Özcan um den Hals und küsste ihn, weil er mitgekommen war, um ihr zu helfen.

Und Igor und Emely sahen sich etwas abseits der anderen sehr tief in die Augen…
Qvanilla lud uns ein, mit ihr zu Feiern. Und natürlich ließ sich das niemand zweimal sagen. Wir setzten und zusammen und plauderten, sangen und scherzten.


Fool und Fritz beglückwünschten sich dazu, möglichst glimpflich aus diesem Abenteuer gekommen zu sein. Alle anderen redeten über die Reise und lästerten über Flambada, Während die Zeit an diesem Ort wie immer still zu stehen schien.

Draußen feierten die Inuit die zurückgekommene Kälte und den langsam einsetzenden Schneefall. Kiki und Möhrchen tanzten zusammen mit ihnen durch die Schneeflocken.

Ach drinnen hatten wir angefangen zu tanzen. Der Meister hatte Dunja zu einem Tanz eingeladen. Sie war erst unsicher, ob sie darauf eingehen sollte – nicht weil er ein Vampir war, sondern, weil sie nicht tanzen konnte. Aber ich sprach ihr zu, das eine Hexe unbedingt tanzen können müsse. Woraufhin sie über die Tanzfläche schwebte.

Und hier endet nun auch die Geschichte unserer Reise mein Pilzchen. Ich hoffe, Du hast viel daraus gelernt: dass man manchmal viel riskieren muss, wenn es um etwas wirklich wichtiges geht, dass Freunde immer zusammenhalten müssen und nicht zuletzt, dass man auch bei kleinen Rückschlägen nicht aufgeben darf.

Jetzt träum süß
Deine Hexe Dämonia