Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

die Sache mit dem Urlaub 16

Talent ist keine Hexerei... oder doch?

Erster Akt

Einige Tage später
Noch viel tiefer im Traumwald


Ulf: „Morgen Hans.“
Hans: „Morgen Ulf.“
Ulf: „Zeit für unsere wöchentliche Runde Karten.“

Hans: „Ist wirklich schon wieder Freitag?“
Ulf: „Du scheinst ja schwer beschäftigt zu sein.“
Hans: „Ich gar nicht. Aber Dämonia hat da irgendwas in ihrer Kristallkugel gefunden, dass sie beunruhigend findet.“

Ulf: „Beunruhigend?“
Hans: „Irgendwas mit dem Wetter.“
Ulf: „Und ich dachte schon, es hätte was mit dem kleinen Alien zu tun.“

Ulf: „Ich gebe.“
Hans: „Kleines Alien? Imos Ei ist geschlüpft?“
Ulf: „Ja. Ist wohl ein kleines Mädchen, soweit ich das mitbekommen habe“

Dämonia: „Ein Mädchen??“
Ulf: „Ja, Emely zieht es auf.“
Dämonia: „Eine kleine Hexe! Endlich!“

Dämonia: „Ich komm runter.“
Hans: „Das war‘s mit dem Freitags Kartenspielen.“
Dämonia: „Ist das aufregend.“

Ulf: „Ich grüße Sie.“
Dämonia: „Ich muss gleich los. Ich muss doch die kleine Hexe sehen. Emely ist doch selbst noch in Ausbildung.“
Ulf: „Aber das Kleine ist doch kein Mensch. Wie willst Du eine Hexe aus ihr machen?“

Dämonia: „Das hat doch damit nichts zu tun. Die wenigsten von uns sind Menschen. Und das ist auch gut so.“
Ulf: „Ich meine, sie ist nicht mal von unserem Planeten.“
Dämonia: „Aber ein Teil von ihr ist ein Frosch aus diesen Wäldern und somit ist genügend Magie in ihr, um eine Hexe zu werden.“

Ulf: „Du meinst, die Fröschin von der die DNA war, ist eine verzauberte Frau gewesen.“
Dämonia: „Selbst wenn nicht. Hier gibt es seit vielen Generationen verzauberte Frösche, das wohl in jedem einzelnen etwas Magie ist.
Hans: „Ich hab gewonnen.“

Dämonia: „Das ist doch völlig egal, Hans!“
Ulf: „Ja ich fürchte auch.“
Dämonia: „Wir brauchen endlich wieder eine neue Hexe in diesem Wald.“

Ulf: „Imo will doch, dass die Kleine mal seinen Planeten rettet.“
Dämonia: „Da kann Magie doch nur hilfreich sein.“
Ulf: „Ja, wahrscheinlich.“

Dämonia: „Nur fürchte ich, dass wir erstmal diesen Planeten retten müssen.“
Ulf: „Warum? Was ist denn?“
Dämonia: „Es geht um das Klima. Qvanilla hat sich über die Kugel gemeldet. Ich fürchte, das große Probleme auf uns zukommen.“

Dämonia: „Ich muss los.“
Ulf: „Grüß Emely.“
Dämonia: „Hans, Ich erwarte heute Abend etwas zu essen.“

Ulf: „Na noch eine Runde?“
Hans: „Ich wollte noch das Speer zu Ende schnitzen.“
Ulf: „Ich helf Dir nachher.“



Zur selben Zeit
Nur einen halben Kilometer weiter weg


Polly: „Möchtest Du auch etwas trinken?“
Ra: „Ja gerne. Sobald Thut aus der Wanne kommt.“
Polly: „Du machst das toll.“

Ra: „Ist ja kein Kunststück. Baden scheint er zu mögen.“
Polly: „Zumindest weint er dabei nicht.“
Ra: „Weinen Babys immer so viel?“

Ra: „Es wundert mich, dass die Vögel nicht schon aus Schlafmangel von den Bäumen fallen.“
Polly: „Naja, die können ja einfach wo anders hinfliegen zum Schlafen.“
Ra: „Wo guckst Du denn die ganze Zeit hin? Da ist doch gar nichts, Thut.“

Polly: „Oh, ich glaube, da kommt doch was.“
Ra: „Er konnte das Auto da hinten noch nicht sehen.“
Polly: „Aber er schien zu wissen, dass es von dort kommt.“

Gladys: „Hallo Kinder!“
Polly: „Was ist das?“
Gladys: „Na Thuts erster Plüschdino.“

Polly: „Der Bronto ist ja riesig.“
Gladys: „Ja natürlich. Und es ist ein tolles Spielzeug, um drauf zu reiten.“
Polly: „Dafür ist der doch noch viel zu klein.“

Gladys: „Ach, für seinen ersten Dino kann man gar nicht zu klein sein!“
Polly: „Ra, sag doch auch mal was!“
Ra: „Grüß Dich, Gladys.“

Ra: „Na ich denke mal, wenn er ein wenig größer ist, wird Thut eine Menge Spaß mit dem Bronto haben.“
Gladys: „Na siehst Du!“
Ra: „Hoppe Hoppe Reiter.“

Gladys: „Na komm mal zu Deiner Oma mein Kleiner.“
Ra: Ich bring derweil den Dino ins Kinderzimmer.“
Polly: „Bei Dir weint er gar nicht.“

Gladys: „Ich hab auch noch was für Euch beide.“
Polly: „Schenk uns doch nicht so viel.“
Gladys: „Alles was ich Dir gerade schenke, ist ein freier Nachmittag für Ra und Dich. Geht mal ein wenig raus und habt Spaß. Ich kümmere mich solange um den kleinen Thut.“

Ra: „Das klingt schön. Macht es Dir auch wirklich nichts aus?“
Gladys: „Nein, der Kleine ist doch eine Wonneproppen.“
Polly: „Ich räum noch schnell die Gläser weg.“

Gladys: „Das Handtuch kannst Du liegen lassen. Wir sonnen uns noch ein wenig, mein Kleiner.“
Ra: „Seine Sachen sind drin auf dem Sofa, die Windeln stehen neben dem Wäschekorb.“
Gladys: „Und ein Fläschen hab ich notfalls im Auto.“

Polly: „Meinst Du, dass es eine gute Idee ist?“
Ra: „Sie hat doch auch Dich großgezogen. Und Du brauchst wirklich mal eine Pause, meine Isis.“
Gladys: „Vor langer Zeit, ganz weit weg, fanden sich drei Eier im Sand. Wer hatte sie gelegt? Auf jeden Fall hatte sie sie der Sonne überlassen zum Ausbrüten…“

Gladys: „…Es verging einige Zeit, dann bewegte sich etwas in den Eiern…“
Polly: „Die Geschichte von den kleinen Dinos kenne ich, die ist schön.“
Ra: „Und was machen wir beide jetzt?“

Polly: „Ich habe keine Ahnung!“

eine halbe Stunde später
beim Knusperhaus


Polly: „Oh, hier wohnt ja Emely.“
Ra: „Möchtest Du sie besuchen?“
Polly: „Was, wenn sie gerade keine Zeit hat?“

Ra: „Unsinn. Emely freut sich, wenn Du sie besuchst.“
Polly: „Vielleicht ist sie ja gar nicht zu Hause.“
Ra: „Wir klopfen einfach.“

Polly: „Es ist nur, weil Emely nie sagen würde, wenn sie gerade keine Zeit hätte.“
Ra: „Aber Du würdest es merken, meine Isis.“
Polly: „Ich freu mich, sie wiederzusehen.“

Emely: „Polly, Ra! Ich weiß, ich wollte Euch besuchen, aber seit ich mich um Imos kleine Larve kümmere, habe ich kaum noch an etwas anderes gedacht.“
Polly: „Oh, wenn ich gewußt hätte, dass Du jetzt auch ein Baby hast, hätten wir nicht geklopft.“
Emely: „Nein, komm doch rein. Ich freu mich.“

Emely: „Du siehst erschöpft aus, Polly.“
Polly: „Ich weiß auch nicht, was ich falsch mache. Tuth wacht alle 2 Stunden auf und hat Hunger und dann schläft wer wieder ewig nicht ein.“
Emely: „Dunja hat eigentlich immer Hunger. Und ich glaube, sie schläft gar nicht.“

Emely: „Kommt erstmal mit nach oben. Ich mach uns Kakao.“
Polly: „Wieso schläft es nicht?“
Emely: „Es muss doch genug Kraft für die Metamorphose sammeln.“

Polly: „Ich hatte es mir irgendwie anders vorgestellt. Es sieht so ganz anders aus als Thut.“
Dunja: „…fffffff…. blub.“
Emely: „Dunja ist auch eine Larve und kein Baby.“

Emely: „Aber sie ist mein kleiner Schatz.“
Dunja: „….mmmmm…blub.“
Ra: „Versucht sie zu sprechen? Imo meinte doch, das würde es nicht.“

Emely: „Ich glaube, es gibt vieles, das Imo über das Kleine nicht weiß.“
Emely: „Lass uns ins Wohnzimmer gehen.“
Polly: „Ja, ein wenig Ruhe kann ich gut gebrauchen.“
Dunja: „…ffff…blub.“

Polly: „Du hast Dein Wohnzimmer neu eingerichtet. Sieht gemütlich aus.“
Emely: „Ich konnte einfach nicht mehr mit Mutters Möbeln leben.“
Ra: „Na Kleins. Spiel noch schön.“

Polly: „Wie schaffst Du das so ganz allein?“
Emely: „Ich weiß nicht. Mama hat mich auch aufgezogen, weil ich keine hatte. Und das auch ganz allein.“
Ra: „Dunja scheint auch ein sehr leises Kind zu sein.“

Emely: „Jetzt aber endlich Kakao.“

Polly: „Hörst Du es?“
Ra: „Was? Ich höre nichts.“
Polly: „Eben. Dunja weint nicht.“

Emely: „Hab ich noch alle Tassen im Schrank?“

Dämonia: „Emely, bist Du zu Hause?“
Emely: „Noch mehr Besuch? Ich komme schon.“

Dämonia: „Ich bringe Neuigkeiten. Aber es sind keine Guten.“
Emely: „Geht es um den Wald?“
Dämonia: „Es geht um sehr viel mehr als unseren Wald. Es geht geht um das Klima.“

Dämonia: „Es gibt eine Schamanin im oberen Polarkreis, die Hüterin des Klimas der ganzen Welt ist.“
Emely: „Möchtest Du auch einen Kakao?“
Dämonia: „Sie hütet eine Eiskugel, die die Temperatur ausgleicht. Aber etwas lässt diese schmelzen.“

Emely: „Kommts Du mit hoch? Polly ist auch da.“
Dämonia: „Wie schön. Aber erstmal möchte ich die kleine Hexe sehen.!
Emely: „Dunja? Wir wissen nicht einmal, ob sie wirklich ein Mädchen ist.“

Dämonia: „Hast Du angefangen, sie auszubilden?“
Emely: „Du verstehst nicht. Sie ist Imos Kind. Also eigentlich eine Larve.“
Dämonia: „Und sie wird eines Tages ihren Planeten retten.“
 
Emely: „Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Dämonia ist auch zu Besuch gekommen.“
Polly: „Das ist schön. Ich hab sie seit der Party nicht mehr gesehen.“
Ra: „Sie war so enttäuscht, dass Thut ein Junge geworden ist und keine kleine Hexe.“

Dämonia: „Du bist also die kleine Alien-Hexe?“
Dunja: „…ffffff….blub.“
Dämonia: „Dein Fisch? Du scheinst Fische zu mögen.“

Dunja: „…. fffff….blub.“
Dämonia: „Das ist ein wirklich schöner Fisch. Möchtest Du, dass er lebendig ist?“

Dämonia: „Du musst es Dir nur ganz doll wünschen, kleine Dunja.“
Dunja: „…FFFFFF… ffffiiii… Blub.“

Dunja: „…. FFFFiiii…. Blub.“
Dämonia: „Du bist bezaubernd.“

Emely: „Dämonia? Kommst Du?“
Dämonia: „Gleich.“

Dunja: „…. Fffffff… Blub.“
Dämonia: „Nächstes Mal wieder. Oder Du lernst es selbst, kleine Hexe.“

Dämonia: „Du musst sie fördern. Jetzt, solange sie noch so klein ist.“
Emely: „Aber sie wird doch alles wieder vergessen.“
Dämonia: „Aber sie kann die Magie, die in ihr ist nicht vergessen.“

Ra: „Schön Dich zu sehen, Dämonia.“
Dämonia: „Na Polly, wie gefällt Dir das normale Leben?“
Polly: „Anstrengend, aber schön.“

Emely: „Ich hol Dich gleich noch was zu essen.“
Dunja: „…. FFFFiii….blub.“
Emely: „Warum bist Du denn so aufgeregt?“

Emely: „Na komm her. Beruhig Dich wieder.“

Emely: „Hast Du Hunger? Ja, ich hol Dir gleich was Neues.“
Dunja: „…ffffff…. blub.“

Emely: „Was ist denn nur mit Deinem Fischchen?“

Emely: „Sei brav. Ich gehe noch kurz zu Polly. Weißt Du, sie ist meine Freundin.“

Emely: „Ich kann nicht lange bleiben. Dunja hat Hunger.“
Polly: „Dämonia hat uns vom Grund des Klimawandels erzählt.“
Ra: „Das ist kaum zu glauben.“

Dämonia: „Qvanilla, sagte, sie wüsste den genauen Grund nicht. Nur, dass vielleicht die Feuerwesen damit zu tun hätten.“
Polly: „Ich habe von Flambert erfahren, dass es seit einigen Monaten eine neue Verwaltung im Magma gibt.“
Ra: „Aber was können wir denn dagegen tun? Wir haben doch mit unserem eigenen Leben genug zu tun.“

Dämonia: „Wenn die große Kugel schmilzt, wird unsere Erde genauso leblos wie sein, wie Imos Heimat.“
Polly: „Mein armer kleiner Thut.“
Ra: „Da fällt mir ein, es wird auch wieder Zeit, dass wir nach Hause gehen.“

Ra: Auf Wiedersehen, Dämonia. Und halte uns bitte auf dem Laufenden.“
Emely: „Passt gut auf Euch auf.“
Dämonia: „ja, bis bald und denkt über meine Worte nach.“

Ra: „Ich hoffe, Thut weint nicht zu viel bei Gladys.“
Polly: „Ich wette, sie hat ihn müde gespielt.“
Emely: „Grüßt Lady Dinosaur von mir.“

Polly: „Machs gut, Emely. Nächstes Mal gibt’s Kaffee bei mir.“
Emely: „Ist gut. Und ich bring Kuchen mit.“
Ra: „Du bist uns immer willkommen.“

Dämonia: „Na kleine Hexe. Nicht Dein Fischchen vergessen.“
Dunja: „… fffff…. blub.“
Dämonia: „Genau. Fisch! Nicht vergessen.“

Polly: „Wenn es wahr ist, was Dämonia erzählt...“
Ra: „Denk jetzt nicht daran, meine Isis.“
Polly: „“Wenn wir ein Kind haben, müssen wir uns auch Gedanken um seine Zukunft machen.“

Emely: „Dämonia? Wo bist Du?“

Dämonia: „Na bei meiner neuen kleinen Lieblingshexe.“
Emely: „Ich fürchte, Du wirst enttäuscht sein, wenn sie doch nur eine Alienlarve ist, die nicht lernen kann und nach der Metamorphose ein Mann wird.“
Dämonia: „Du hast Recht, es gibt andere Probleme, um die wir uns kümmern müssen.“

Dämonia: „Wir müssen Qvanilla helfen.“
Emely: „Wie sollten wir denn. Wir sind nur zwei Hexen.“
Dämonia: „Wenn nicht wir Hexen, wer sonst. Die Menschen wissen nichts von der großen Eiskugel.“

Emely: „Ich bin eine furchtbar schlechte Hexe. Das weißt Du besser als jeder andere.“
Dämonia: „Du musst nur mehr üben.“
Emely: „Und was ist mit Dunja?“

Dämonia: „Ich weiß es nicht. Imo muss sich wieder um sie kümmern. Oder Du musst sie mitnehmen.“
Emely: „Ich kann sie nicht mitnehmen. Sie muss immer im Wasser sein. Und Imo würde es nie erlauben.“
Dämonia: „Aber Imo kann nicht wollen, das unser Planet auch stirbt. Gerade er nicht.“

Emely: „Das kannst Du nicht ernst meinen. Wir sind zwei Hexen und ein Baby. Was können wir schon ausrichten?“
Dämonia: „Um ehrlich zu sein, hoffe ich, auch Polly davon überzeugen zu können, mit uns zu kommen. Es braucht mindestens drei Hexen für einen Zirkel.“
Emely: „Polly? Niemals. Das wird sie nicht tun?“

Dämonia: „Ich bitte Dich einfach. Denk darüber nach. Selbst wenn Dunja nicht Imos Welt retten kann, dann sollte sie wenigsten für immer hier leben können.“
Emely: „Ich sagte doch, ich denke darüber nach.“
Dämonia: Denk nicht zu lange darüber nach.“

Emely: „Wo genau müssten wir hin?“
Dämonia: „Nach Alaska.“
Emely: „Ist das weit?“

Dämonia: „Ja, es ist weit. In Nordamerika.“
Emely: „Lag da nicht auch Klickywood.“

Emely: „Hey meine Kleine Dunja. Hier sind Deine Algen.“
Dunja: „…aaaaaaa…. blub.“
Emely: „Vielleicht musst Du ins Labor zurück.“

Emely: „Dann ist es vielleicht besser, Du vergisst mich. Schade, dass ich das nicht kann.“

Emely: „Was soll ich nur tun?“