Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

Die Märchen

Das Interessanteste an den Märchen ist, das in ihnen die alten Geschichten weiterleben, auch wenn es die Religionen nicht mehr gibt. Und auch trotz aller Verbote des Christentums hat zum Beispiel in der Frau Holle eine der germanischen Hauptgöttinnen überlebt. Und alles was ihr Sein ausmachte ist in den Märchen erhalten geblieben. Sie war die Göttin der Spinnerinnen. Das Spinnen war seit seiner Erfindung eine überaus magische Tätigkeit. Der Glaube daran, dass das Schicksal von drei Göttinnen gewebt wird, gibt es in vielen Religionen der Welt. Und immer gibt es eine Göttin, die diese Fäden spinnt und somit die Gabe hat sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft zu blicken. Und somit wacht Frau Holle auch über alle Spinnerinnen und belohnt Fleiß und bestraft Faulheit. Wacht darüber das in den Rauhnächten nicht gesponnen wird und bringt im Winter das Licht ebenso zurück, wie sie auch den Schnee zur Erde bringt. Aber die beschützte auch die Kinder und das sogar über den Tod hinaus. Während die Erwachsenen nach germanischem Glauben nach dem Tod entweder nach Walhalla oder in die Nifelhel kamen, nahm Frau Holle die Seelen der toten Kinder mit in ihren Apfelbaum-Garten in den auch die Mädchen kamen, nachdem sie in dem bekannten Märchen in den Brunnen sprangen. Und so ist der Glaube an Frau Holle bis heute ungebrochen in den Herzen der Kinder.


 
Ein Märchen ist Dornröschen. Die junge Prinzessin, die in einem fast totenähnlichen Schlaf in einem Schloss hinter einer Dornenhecke eingeschlossen ist. wie die Natur unter dem Schnee. Dann kommt der strahlende Prinz des Frühlings, lässt die Dornen erblühen und erweckt die Natur mit einem Kuss zu neuem Leben. Aber in diesem Märchen gibt es noch einen wichtigen mythologischen Aspekt. An dieser Stelle sollte man bedenken, dass die uns bekannte Version die der Gebrüder Grimm ist. Diese wiederum haben sie sich von zumeist reichen sehr christlich erzogenen jungen Damen erzählen lassen. Das könnte der Grund für die 12 Feen sein. Ein Service hat 12 Teller, ebenso wie die Apostel 12 sind, wodurch die Zahl 13 im Christlichen Glauben auch eine Unglückszahl ist. die böse Fee natürlich die 13. sein musste. Aber es gibt auch viele andere Märchen aus ganz Europa, in denen Feen als Patinnen für Kinder vorkommen und dort sind es immer drei, die über das Schicksal des Menschen entscheiden. Diese sind allerdings ursprünglich keine Feen sondern die Schicksalsgöttinnen, die in vielen Religionen auftauchen. Die drei Nornen, die das Schicksal spinnen. Die Göttin die schläft, die Göttin die wacht und die Göttin die träumt. Es sind die Vergangenheit – die alte Frau, die Erinnerung, die Erfahrung und das Wissen aller vergangenen Zeiten. Die Zweite ist die Gegenwart - die Mutter, die das Leben in sich trägt, die Gefühle, die Kraft zu erschaffen und den Zauber des Augenblicks. Und als letztes die Zukunft - das unschuldige junge Mädchen, das schweigt, das jede Möglichkeit und jede Chance aber auch den allgegenwärtigen Tod in sich trägt. Und somit ist sie auch die letzte nicht so gern gesehene Schicksalsgöttin. Die auch dem Dornröschen ihren Tod prophezeite, der doch nur ein langer schlaf war. Wie auch der vermeintliche Tod der Natur im Winter nur ein langer Schlaf ist. Und an Ostara erfolgt das Erwachen. Und wir feiern gewissermaßen das Ende dieser Geschichte.

 
Eine andere Göttin, die bis heute überlebt hat ist die Nordische Wintergöttin war Skadi, nach der auch Ska(n)dinavien benannt ist. Ihr Vater hatte die Göttin des Frühlings und der Jugend gestohlen und sie in seiner Festung im ewigen Winter Jötunheims gefangen. Erst eine List Lokis lies sie nach Asgard zurück kehren. Und somit den Frühling und die Lebenskraft der Jugend zurück zu den Göttern bringen. Der Alte Sturmriese wollte sie zurückholen, aber die Götter töteten ihn. Seine Tochter jedoch trauerte nicht, sondern brach auf, ihren Vater zu rächen. Die Götter bewunderten ihren Mut und ihre Schönheit und gewährten ihr die Stellung einer Göttin und die Ehe mit einem der Götter. Sie musste ihn jedoch anhand seiner Füße wählen und entschied sich für den Gott des Sommers und des Meeres und sie folgte ihm nach Noatun, seinem Schloss am Meer. Aber sie konnte dort nicht leben. Zu sehr sehnte sie sich nach dem Winter in ihrer Heimat. Und aus Liebe zog er mit ihr nach Trymheim in die Feste ihres Vaters. Aber er ertrug den Winter nicht und so trennten sie sich wieder und Skadi blieb allein. Natürlich ist die Geschichte eine Metapher für den Wechsel zwischen Sommer und Winter, die niemals zusammen existieren. Wobei Skadi hier nicht der grausame düstere Winter ist, sondern seine Schönheit. Der glitzernde Schnee, filigranes Eis, tanzende Schneeflocken, die Polarlichter des hohen Nordens. Die Zeit, im Winter, in dem alles einem Märchenland gleicht. Und die Verkörperung von all dem ist Skadi. Und wie viele der alten Götter fand auch sie ihren Weg in die Märchen. Ihre bekannteste Verkörperung fixierte Andersen in seiner Version der Schneekönigin. Die schöne einsame Göttin ist boshaft geworden. Aber vielleicht ist die Entführung des Jungen mit dem gefrorenen Herzen auch ihre letzte Hoffnung darauf, nicht mehr allein sein zu müssen. Den jungen Kai zu sich zu holen wie ihr Vater einst die Göttin Iduna.



Und wen noch mehr zu dem Thema interessiert: regenbogen-schatten.de.tl/