Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

die Sache mit dem Uralub 8


Ägyptens Geheimnisse

Erster Akt

Einige Stunden später

Imotep: „Schön, Euch zu sehen, hoher Pharao.“
Ra: „Was machst Du hier? Was machen wir hier?“
Imotep: „Als Ihr starbt, riss Euer Cousin die Macht an sich und heiratete Eure Schwester Basetsut gegen ihren Willen. Es gibt immer noch Uneinigkeit. Das Land wird in einen Bürgerkrieg gestürzt. Ihr musstet zurück in Euer Leben kommen, um das zu ändern.“

Polly: „Wir haben also nicht Ra ins Leben zurück gebracht, sondern in sein früheres Leben?“
Imotep: „Du scheinst Dinge schneller zu verstehen als die Ägypter, die alles für göttliche Magie halten. Der grüne Schädel vorhin? Woher hast Du ihn?“
Polly: „Den schenkte eine Freundin uns zur Hochzeit.“
Imotep: „Da ich wohl der einzige Überlebende meines Volkes bin und auch der einzige, der je unseren Planeten verließ, muss dieser Schädel wohl meiner sein.“

Polly: „Dein Planet?“
Imotep: „Ich komme von einem einstmals wundervollen Planeten Kaja Terrana. Er umkreiste eine blaue Sonne und drei Monde zogen ihre Bahnen an unserem Himmel. Wir hatten kaum Pflanzen aber dafür Kristalle, die wir in den verschiedensten Arten nutzen konnten.“

Imotep: „Aber unsere Galaxie fiel einer kosmischen Katastrophe zum Opfer, die Kaja Terrana in eine andere Umlaufbahn schleuderte. In den Schatten eines anderen Planeten und nur noch das Licht, das die Monde reflektierten, erreichte unseren Planeten. Es wurde kalt, alle Technologie, die auf Sonnenenergie baute, funktionierte nicht mehr und es gab keine Nahrung mehr.“

Imotep: „Die einen starben einfach. Die anderen brachten sich der wenigen Ressourcen wegen um. Ich arbeitete verzweifelt an einer Zeitmaschine um zurück zu reisen, um alle zu warnen, damit sie sich hätten vorbereiten können. Aber ich wurde nicht fertig und dann stieg ich in den Prototyp eines Raumschiffs, das man zu bauen begonnen hatte. Und nach einer Ewigkeit allein im Raum, bin ich hier in der Wüste gestrandet.“

Polly: „Aber der Schädel wurde bei einer Aufgrabung bei Dinosauriern gefunden, die vor 300 Millionen Jahren lebten. Das könnt nicht Ihr sein!“
Imotep: „Nun, dass meine Zeitexperimente Erfolg haben, zeigt, dass Ihr hier seid. Aus welcher Zukunft kommt Ihr?“
Polly: „Oh aus mehreren 1000 Jahren in der Zukunft.“

Imotep: „Das ist in der Tat interessant. Ich hatte gehofft, dass es nur wenige Jahre dauern wird, bis jemand das Pergament findet.“
Polly: „Also hast Du bereits eine Möglichkeit zur Zeitreise gefunden. Kannst Du uns dann auch zurück in meine Zeit schicken, wenn mein Ra das auch möchte?“
Imotep: „Ich werde es versuchen, aber erst, wenn Ra mit seiner Familie gesprochen hat.“

Ra: „Oh ich sehe sie.“
Imptep: „ich habe sie an das Ufer von Vater Nil gebeten um den Segen der einen heilige Schlange zu erbitten.“
Ra: „Ich grüße Dich Cousin.“

Basetsut: „Ra, mein Bruder, mein Liebster.“
Habuhab: „Ra, Du bist tot. Ich weiß, dass Du tot bist. Ich allein bin Pharao von Ober- und Unterägypten.“
Ra: „Und was macht Dich da so sicher, dass ich tot bin? Du bist nur Staub in der Wüste.“
Basetsut: „Weil Du selbst ihn vergiftet hast, Du wirst nie ein Herrscher wie Ra.“

Habuhab: „Du Schlange!“
Ra: „Ach meine kleine Schwester, wie konntest Du ihn nur heiraten?“
Besetsut: „Er hätte mich getötet genau wie Dich, hätte ich mich verwehrt. Aber nun bist Du zurück.“

Ra: „Ich werde nicht lange hier sein, meine Schwester. Ich habe geheiratet in einer anderen Zeit, weit weg von hier.“
Basetsut: „Drüben im Reich der Toten?“
Ra: „Nein, weit in der Zukunft aber am Leben.“
Habuhab: „Auseinander! Wachen!“

Ra: „Du hast nichts zu befehlen! Du bist nicht der Pharao. Du bist ein Mörder!“
Habuhab: „ich bin kein Mörder, denn Du bist nicht tot!“
Ra: „Aber begraben habt ihr mich. Und nur mein Vater hat mich geschützt, damit ich zurückkomme und Dich bestrafe!“

Imotep: „Die Götter haben ihr Urteil über Dich gefällt, Du Habuhab, Mörder und Verräter. Die heiligen Krokodile werden Dich in die Unterwelt bringen.“
Ra: „Wachen. Bringt ihn fort.“

Habuhab: „Das könnt ihr nicht, Ich bin der Pharao! Ich allein! Du bist tot Ra. Ich habe Dich sterben sehen.“
Imhotep: „Du wirst nicht wiedergeboren werden! Du bist tot für immer, Habuhab.“
Ra: „Der einzige Pharao bin ich.“

Habuhab: „Ich bin der Pharao! Ich bin der Sohn der Sonne. Nur ich.“

Habuhab: „Das sind heilige Krokodile. Die werden mich nicht anrühren. Ich bin der Pharao.“

Habuhab: „Ich bin Habuhab. König von Ober- und Unterägypten. Ich bin Euer Gebieter.“

Nubische Wache: „Gebieter, die Haube und der Schmuck des Verräters.“
Ra: „Ich selbst werde Ägypten wieder verlassen. Ich bin nur gekommen, um dem einzigen Menschen meine Krone zu geben, die es verdient hat. Meine Schwester Basetsut.“

Basetsut: „Oh mein Bruder, mein Liebster. Oh nein. Du musst bleiben und an meiner Seite regieren.“
Ra: „Nein liebste Schwester. Ich gehöre nicht mehr an Deine Seite. Ich übergebe Dir hiermit die Insignien der Macht.“
Basetsut: „Aber es hat noch nie eine weibliche Pharaonin allein geherrscht.“
Ra: „Dann nimm zum Gatten, wen immer Du willst.“

Basetsut: „Aber die Götter wollten immer, dass ich an Deiner Seite herrschen werde.“
Ra: „Und nun hast Du an Habuhabs Seite geherrscht. Und Du wirst einen anderen Mann finden, den Du lieben wirst. Wie ich meine Polly.“
Basetsut: „Nun, dann werde glücklich mein Bruder, mein Liebster.“

Ra: „Heil Dir Basetsut. Königin Ägyptens. Meine Schwester.“
Basetsut: „Ich danke Dir mein Bruder. Mein Pharao.“
Ra: „Nein, alles was ich noch will, ist mit meiner Gemahlin zurück in unser Heim.“

Basetsut: „Werdet Ihr sie dorthin bringen können Imotep?“
Imotep: „Ich werde mein Möglichstes versuchen, meine Königin. Ach wenn mir nicht viel zur Verfügung steht“
Ra: „Wenn es nötig ist, etwas zu erwerben, nehmt alles Gold, was ihr braucht. Beginnt mit meiner Krone, die ich nicht mehr brauche, da ich jetzt weiß, dass Ägypten in guten Händen ist.“

Imotep: „Lasst und zurück in die Pyramide gehen.“
Ra: „Dann ist die Zeit gekommen, für immer Abschied zu nehmen, meine Schwester, meine Königin.“
Besetsut: „Mögen die Götter über Deinen Weg wachen, wohin auch immer er Dich hinführen mag, mein Liebster, mein Bruder.“

Imotep: „Folgt mir.“
Polly: „Ich hoffe sehr, dass Ihr uns zurück schicken werden.“
Imotep: „Oh mein richtige Name ist Imo T’Pet. Und ich gedenke, Euch zu begleiten.“



Zweiter Akt

Einige Stunden später


Polly: „Da sind wir wieder. Langsam finde ich es hier richtig gemütlich.“
Ra: „Das liegt nur daran, dass Dein Häuschen innen auch aussieht wie eine Pyramide.“
Imo T‘Pet : „In der Zukunft wird man immer noch Pyramiden bauen? Ich dachte, die Menschheit entwickelt sich weiter.“

Polly: „Nein, die Architektur hat sich verändert, viel zu sehr, wie ich finde.“
Imo: „Hier habe ich meine Bastelstube eingerichtet. Die wenigen Kristalle, die ich von Kaja Terrana retten konnte. Aber auch sie verlieren langsam ihre Energie.“

Polly: „Und mit diesen kannst Du uns in unsere Zeit zurückbringen?“
Imo: „Ich hoffe es sehr. Ich muss hier endlich weg. Ich komme hier nicht weiter. Die Technologie ist viel zu unterentwickelt.“

Imo: „Alles was ich hier habe, konnte ich aus den Resten meines Raumschiffes bergen.“
Ra: „Das Angh hast Du mitgebracht? Nicht die Götter haben es uns gegeben?“
Imo: „Tatsächlich habe ich sehr viel Eurer Kultur mitgebracht.“

Polly: „Faszinierend. Ich habe oft Theorien gelesen, dass die Pyramiden von Außerirdischen gebaut wurden. Aber so recht glauben konnte ich das nicht.“
Imo: „Wer weiß, vielleicht gibt es ja noch mehr – wie Du sie nennst - Außerirdische hier.“
Polly: „Nun ich hoffe es.“

Imo: „Ra. Bring mir bitte die erste Kanope. Ich muss die Parameter neu einstellen.“
Ra: „Soll ich das Pergament vorlesen?“
Imo: „Das ist nicht nötig. Ich habe das Pergament nur geschrieben, damit die Kanopen in der Richtigen Reihenfolge und der richtigen Geschwindigkeit an ihren Platz kommen.“

Polly: „Müssen sie wieder in den Sarkophag? Ich würde mir gerne ein paar Notizen machen.“
Imo: „Nein nein, in die Ecken. Polly, Warum hoffst D, dass es hier mehr Außerirdische gibt.“
Polly: „Nun, wegen des Schädels. Wäre es tatsächlich Eurer, würde es bedeuten, dass Ihr nie wieder auf Euren Planeten zurückkommt.“

Imo: „Vielleicht komme ich ja zurück, wenn mein Planet gerettet ist.“
Polly: „Ich hoffe, so wird es sein.“
Ra: „Hast Du Hunger, meine Isis.“

Polly: „Oh ja.“
Ra: „Ich hatte noch ein paar Bananen im Rucksack.“
Polly: „Du hast wieder an alles gedacht.“

Ra: „Imotep, eine Banane?“
Imo: „Nein Danke. Zu wenig Chlorophyll.“
Polly: „Mir ist schon wieder übel.“

Ra: „Ich wünschte, ich würde verstehen, was Du da machst.“
Polly: „Ich fürchte, ich verstehe es nicht einmal. Man experimentiert ja schon seit einiger Zeit mit Speicherkristallen und auch Computer basieren auf Silizium. Trotzdem Ist es seltsam, was Du da machst.“
Imo: „Vielleicht erkläre ich es Dir mal.“

Imo: „Aber jetzt stell die Kanope wieder an ihren Platz, ich hole die nächste.“
Polly: „Meinst Du Victor kommt zu Hause zurecht? Nicht auszudenken, wenn wir nicht wieder heimkämen.“

Ra: „Ich denke auch Deine Freundin Emely würde es nicht verkraften, wenn sie Dich verliert. Was ich verstehen kann. Ich würde auch nicht mehr ohne Dich leben wollen.“
Polly: „Du hast Recht. Emely würde am Ende noch so durchdrehen wie ihre Mutter. Aber immerhin hat sie noch Ulf und Pilzchen. Ich denke auch, sie werden sich gut um Viktors Dinos kümmern.“

Imo: „Ist in Eurer Zeit hier immer noch Wüste?“
Polly: „Oh hier schon. Aber wir kommen von weiter weg. Aus Europa. Da ist keine Wüste. Ich lebe in einem großen Waldgebiet“
Imo: „Ra, die nächste Kanope.“

Ra: „Oh ja, der Wald in Transsylvanien ist wundervoll.“
Imo: „Die letzte Kanope noch. Und wenn alle Berechnungen stimmen, werde ich Euren Wald hoffentlich bald sehen. Ist er grün?“
Polly: „Oh ja, sehr grün. Und überall ist Wasser.“

Imo: „Du machst mich neugierig. Noch die letzte Kanope.“
Ra: „Wenn da irgendeine Technik drin ist, wo sind dann eigentlich meine Organe?“
Imo: „In Dir natürlich.“

Ra: „Dann war nichts von dem wahr, was ich geglaubt habe?“
Imo: „Nein. Glaube ist etwas, das den Menschen Kraft gibt. Es muss nicht real sein. Wahr ist es in den Gedanken.“
Polly: „Das hast Du gut gesagt, sehe ich ähnlich. Momentan glaube ich aber erstmal fest daran, dass Du uns nach Hause bringst“

Imo: „Ich bin gleich fertig. Macht Euch schon mal bereit.“
Polly: „Ja ich fange mal an, alles einzupacken.“
Ra: „Wenn Du etwas vergisst, müsste es doch noch da sein, wenn wir ankommen.“

Imo: „Noch die Kanope zurück.“
Polly: „Nein Ra, wenn wir etwas vergessen hätten, wäre es schon dagewesen, als wir hier ankamen. Aber es war nicht da. Andererseits zwischendurch waren Grabräuber da und Napoleon und Archäologen und Vlad und Betty nicht zu vergessen.“

Imo: „So. wir müssen uns in das Innere des Kanopen-Ecks stellen. Noch die Energie aus dem Kristall…“
Polly: Woher stammte die Energie beim ersten Mal?“
Imo: Auch aus einem Kristall. Den habt ihr nur nicht gesehen.“

Ra: „Und Du bist sicher, dass wir wieder in der Zukunft sind? Ich habe gar nichts gespürt.“
Polly: „Das habe ich beim ersten Mal auch nicht.“
Imo: „Wir werden es wissen, wenn wir draußen sind.“