Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

die Sache mit dem Urlaub 2

Freundschaften und mehr

Erster Akt
 
  In der Zwischenzeit
in Transsilvanien


Polly: "Ohje, Mara ist in der Pyramide gefangen!"
Ra: "Dabei ist es doch soo leicht da rauszukommen, sie muss doch nur...."

und derweil
am Ufer des Schwarzen Meeres


Es ist zwar immer noch nicht Sommer, aber die Sonne scheint und Captain Schneeflöckchen hat beschlossen, sich das mit dem Wasser mal genauer anzusehen. Also bricht die Crew der Dragonfly auf zum Baggersee.
„Folgt mir Männer!“ kommandiert Captain Schneeflöckchen
„Aber ich bin gar kein Mann.“ mault Bohnenblüte und knickt die Flügel ein.

Das ist es also: das Wasser! Sie haben ja schon die seltsamsten Gerüchte gehört. „nass“ soll das Wasser sein und „kalt“ - na sowas kennen die Klickys ja nun noch gar nicht.

Hübsch sieht es ja aus. Senfsamen traut sich als erstes. „Das ist ja eigenartig. Bäh“
„Ihr wascht euch nicht oft, oder?“ fragt Jimmi

„Waschen?“ „Wir baden in Elfenstaub.“ Bekommt er zur Antwort.
„Achso. Naja soll ja auch ungesund sein, das mit dem Waschen.“

„Aber sagt mal, ist das Wasser nicht auch gefährlich?“ fragt erster Offizier Bohnenblüte
„Da sollten wir vielleicht einen Einheimischen fragen.“ Schlägt Jimmi vor

„Na klar, wie wärs mit dem Seeungeheuer da hinten?“ begeistert sich Senfsamen, der selbiges gerade durch sein Fernrohr entdeckt hat.
„Ja, das ist gut!“ lobt Captain Schneeflöckchen.
„Oh nein!“ Jimmi setzt sich und nimmt erstmal einen Schluck aus der Flasche.

„Hey Du, Seeungeheuer. Ist der See hier gefährlich?“
Die Seeschlange schwimmt näher.
„Nein, nicht dass ich wüsste.“

Na da sind die Elfen aber beruhigt. Nur Jimmi traut der Sache noch nicht richtig.

Tage später
in Siebenbürgen


Polly: "Das hab ich mir extra für Dich im Internet bestellt und per express schicken lassen."
Ra: "Du bist so wunderschön, meine Isis!"

Einige Wochen später
Im Traumwald


Es weiß kaum jemand, aber tief im Traumwald liegt die Taverne „zum rülpsenden Einhorn“. Einstmals von Titania selbst gegründet, damit die Elfen einen Ort haben zum Treffen, Philosophieren, Musizieren, Tanzen und Singen…

… Die Zeiten von Titania sind lange vorbei. Schon seit langen Zeiten arbeiten hier Motte der Koch und Spinnweb als Bedienung. Wenn auch nicht ganz freiwillig. Nicht dass Motte nicht leidenschaftlich gern kochen würde. Aber jeden Tag Nektar und Ambrosia – nein, darauf hat er schon lange keine Lust mehr. Und seine Schwester Spinnweb würde viel lieber selbst Spaß haben!

Just an diesem Morgen führte der Weg unsere wackere Crew Elfenpiraten ins rülpsende Einhorn. Bevor sie ins Ungewisse aufbrechen, wollten sie noch einmal richtig Spaß haben…

„Wer seit denn Ihr?“ fragt Spinnweb erstaunt
„Schreckliche Piraten, die morgen in See stechen werden!“ antwortet Senfsamen stolz
„Wohin eigentlich?“ fragt Bohnenblüte.
„Psst!“ unterbricht Captain Schneeflöckchen sie. „Wir wollen ein anständiges Piratenessen!“

… Motte ist begeistert. Darauf hat er seit Jahrhunderten gewartet!

… Und auch Spinnweb wittert ihre Chance. Ihr Urgroßvater, der ein Klabauter war, hatte ihr auf dem Sterbebett eine Schatzkarte geschenkt. Und nun schien die Gelegenheit gekommen, diesen Schatz zu suchen. Also zeigt sie den Piraten die Karte unter der Bedingung, dass sie und Motte mitkommen…

… Die sind sofort begeistert! Und natürlich nehmen sie die beiden mit. Motte holt seine Gitarre raus und beginnt zu spielen und zur Feier des Tages holt Spinnweb den besten Nektar raus, den sie für einen besonderen Anlass aufgehoben hat.

Noch bevor die anderen Gäste kommen, brechen alle auf und machen sich auf den Weg zur Dragonfly.

Aber keine Sorge! Das rülpsende Einhorn hat schnell wieder eine neue Bewirtschaftung gefunden.


Einige Wochen später
Unter dem Vulkan

Dr. Evil: „Man hört gar so gar nichts mehr von Vlad und Betty, ich hoffe es geht den beiden gut.“
Miss Tough: „Oh Doktor, sie sind bei den Zwergen – nicht bei den Menschen!“
Ra: „Wahrscheinlich schlafen sie. Keine Ahung, wie lange sie in meiner Pyramide geschlafen haben, bevor ich sie geweckt habe.“

Miss Tough: „Docktor, warum haben wir eigentlich die Rallye nicht mitgemacht? Hätte sicher Spaß gemacht, die Blauschöpfe nach Südamerika zu bringen.“
Dr. Evil: „Tja Polly, ich weiß auch nicht.“



Weitere Wochen später
Am schwarzen Meer


Es ist soweit die Crew der Dragonfly belädt ihr Schiff, denn heute ist der Tag gekommen, an dem sie endlich in See stechen!

Die See liegt ruhig vor ihnen. Spinnweb hält das Steuer. Schließlich weiß sie wo der Schatz zu finden ist. Motte hat den Kochtopf aufgestellt, Bohnenblüte sucht Norden, Senfahmen hält Ausschau … und Captain Schneeflöckchen trägt die Verantwortung!

„Schaut mal, was da im Wasser schwimmt!“, ruft Bohnenblüte begeistert und lehnt sich über die Rehling.
„Das sind Haie.“ weiß Jimmi.

Können wir uns mit denen anfreunden?“ , fragt Bohnenblüte. „Die sehen nett aus“
„Oder können wir die kochen?“ brummelt Motte.
„Wir sollten lieber weiterseeln. Sonst essen die uns:“ schlägt Jimmi vor

„Du bist aber auch ein Spielverderber“ mault Bohnenblüte.
„Insel Voraus!“ unterbricht Senfsamen die Unterhaltung.


Und tatsächlich taucht vor ihnen eine Insel auf. Das Ufer scheint Sumpfig und voller Mangroven. Aber es sieht durchaus interessant aus. Also beschließen sie dort zu landen. Sie finden eine Stelle, an der sie das Schiff vertauen können und gehen an Land.

Doch kaum sind Captain Schneeflöcken, Senfsamen und Spinnweb an Land angekommen, machen sie eine Entdeckung.

Spinnweb ruft zum Schiff herunter: „Motte, Jimmi! Kommt schnell, hier liegt ein Ei!“
„Oh lecker. Omelett!“ ,freut sich Motte.
„Na das kann ja heiter werden“, denkt sich Jimmi und krallt sich eine Flasche Rum.

Motte beeilt sich, um den Fund zu begutachten. Und tatsächlich. Da liegt ein Ei!
„Fein!“, sagt er. „Bitte um erlaubnis, es mit an Bord nehmen zu dürfen.
„Erlaubnis erteilt.“ , kommandiert Captain Schneeflöckchen. „Mitnehmen und zubereiten, aber marsch Marsch!“

Gesagt getan. Auf der Dragonfly macht Motte sofort Wasser heiß und legt das Ei hinein.
„Das kochen wir und füllen es anschließend mit Krabben! Das wird lecker!“

Auf einmal fängt das Ei in dem warmen Wasser an, sich zu bewegen. Springt hin und her, das Wasser platscht raus und auf einmal bricht die Schale und ein kleines rotes Wesen mit drei Köpfen schlüpft aus der Schale.

„Oh, ist das Süüüß!“ Bohnenblüte hüpft auf der Stelle. „Aber damit dürfen wir uns doch jetzt anfreunden, ja?“
„Mir bleibt auch nichts erspart.“ Grummelt Jimmi und greift nach dem kleinen Seeungeheuer. „Wenn das groß wird, frisst es uns alle!“
„Captain, wir sollten es schnell essen, bevor es groß wird“ , schlagt Motte vor.
„Aber das ist doch ein Baby!“ heult Bohnenblüte
Captain Schneeflöckchen überlegt. „Das Beste ist, wir schicken es heim zu seiner Mama!“

„Tschüß Baby-Ungeheuer“ ruft Buhnenblüte, als Jimmi es langsam über die Rehling ims Wasser gleiten lässt.
„Außerdem suchen wir doch eh einen Schatz.“ , sagt Spinnweb.
„Genau“ , pflichtet ihr Senfsamen bei.
Und so setzen sie ihre Reise fort.

„Tja, kein Ei zum Abendessen“ sagt Spinnweb zu Motte
„Dann gibt es eben nur die Krabbenfüllung!“

„Volle Fahrt voraus!“ ,befiehlt Captain Schneeflöckchen
Und so segeln sie neuen Abenteuern entgegen


Transsilvaninen
Der Sommer neigt sich zu Ende



Miss Tough: „Oh Rah, das ist so schön, das Du mir hier bei der Arbeit hilfst.“
Ra: „Ich kann meine Königin hier doch nicht diese gefährliche Arbeit machen lassen.“

Miss Tough: „Du bist so lieb.“
Dr. Evil: Polly, Du solltest ihn aber nicht alles machen lassen. Du bist nicht wirklich eine Königin.“
Miss Tough: „Du kannst gut mit Tieren umgehen. Du kannst bestimmt auch gut mit Kindern umgehen.“
Ra: „Ich hatte nie Kinder. Leider.“
Miss Tough: „Wer weiß, vielleicht wirst Du ja doch noch Papa.“

Ra: „Wirklich meine Isis? Dann musst Du aber wirklich meine Königin werden.“
Dr. Evil: „Oh nein. Ich verliere die beste Assistentin, die ich je hatte.“
Miss Tough: „Aber nicht doch, Doktor. Ich werde hier auch weiterhin arbeiten.“


zweiter Akt

Am selben Morgen
im Böhmischen Traumwald


Schlornz: „Morgen Ondrej.“
Ondrej: „Guten Morgen. Du bist aber heute wieder früh unterwegs.“

Schlornz: „Jasmin hat mich Nüsse holen geschickt.“
Ondrej: „Dann macht sie Dir sicher lecker Frühstück.“
Schlornz: „Alter Freund, Dein Leben möchte ich haben.“
Ondrej: „ Och, ich hätte gern eine Frau, die mir Frühstück macht.“

Schlornz: „Du kannst den ganzen Tag rumsitzen, Pfeife rauchen und Musik machen.“
Ondrej: „Aber wenn ich nicht ab und zu mit den Nymphen tanzen würde, wäre ich hier schon ziemlich einsam.“
Schlornz: „Trotzdem musst Du nicht vor dem Frühstück Nüsse sammeln gehen.“
Ondrej: „Was machen die Urlauber?“

Schlornz: „Ach frag nicht. Seit die da sind, schlafen die.“
Ondrej: „Vielleicht sind sie tot.“
Schlornz: „Die Idee hatte ich auch schon. Ich hab mal nach Puls gefühlt. Nix! Unheimlich sind die schon.“
Ondrej: „Also sind die tot.“

Schlornz: „Nein, die bewegen sich im Schlaf, murmeln vor sich hin und so.“
Ondrej: „Sehr merkwürdig. Zahlen sie denn pro Nacht?“
Schlornz: „Naja, sind wohl reich.“
Ondrej: „Na dann würde ich die schlafen lassen. Hey Schlornz, Du wirst reich im Schlaf!“
Schlornz: „Sehr komisch Ondrej! Der einzige der wach ist, ist ihr Dackel. Der ist jetzt oben bei uns. Jasmin nennt ihn Hindemith.“

Ondrej: „Dann ist doch alles in Ordnung.“

Am anderen Morgen
im indischen Ozeam


Schon viel Zeit ist vergangen, seit die Dragonfly unterwegs auf den 7 Weltmeeren ist. Es ist schon eine Weile her seit ihrem letzten Abenteuer und an Bord beginnt sich schon Langeweile breit zu machen, als Spinnweb auf einmal das Ruder herumreißt.
„Hier muss es sein!“, jubelt Spinnweb.

Und tatsächlich. „Land in Sicht“, ruft Senfsamen.
„Au, ja, da finden wir dann Freunde.“, freut sich Bohnenblüte
„Nein, dort ist mein Schatz!!!“
Die Dragonfly steuert auf das düstere Ufer zu.

„Das scheint eine untergegangene Zivilisation zu sein. Davon habe ich gehört.“, berichtet Captain Schneeflöckchen.
Dort stehen noch Überreste von Bauwerken und ein Kanal führt ins Landesinnere. An der Stelle, an der einmal der Hafen gewesen sein muss, legen sie an. Irgendwie unheimlich ist das schon hier.

„Hier muss es sein!“, sagt Spinnweb noch einmal mit dem Blick auf ihrer Schatzkarte. Ohne auf einen Befehl zu warten, schnappt sie sich ihre Schaufel und geht von Bord. Captain Schneeflöckchen, Senfsamen der Schreckliche und Jimmy folgen ihr.

„Wenn wir da keine Freunde finden, komme ich nicht mit!“, mault Bohnenblüte. Aber die Anderen hören sie gar nicht mehr. Nur Motte ist mit ihr auf dem Schiff geblieben. Weil sonst keiner auf das Mittagessen aufpasst!

Auf einmal beleibt Spinnweb stehen.
„Hier, genau hier muss es sein!“ Und sie sticht die Schaufel in die Erde.
Jimmy setzt sich lieber. Das wird bestimmt anstrengend

„Bitte um Erlaubnis, hier graben zu dürfen“, erinnert sich Spinnweb noch schnell zu fragen, bevor sie auch schon anfängt zu buddeln.
„Erlaubnis erteilt.“ Captain Schneeflöckchen ist viel zu neugierig, als dass sie was anderes sagen könnte. Senfsamen allerdings findet das langweilig.

„Aaahahaha!!!“ Vor Begeisterung hüpft Spinnweb in das ausgehobene Loch. Die anderen schauen zu ihr herunter. Und da steht tatsächlich eine riesige goldene Kiste!
„Mein Schaaaatz“, schreit Spinnweb.

„Und wie bekommen wir den da raus?“, fragt Senfsamen.
Gemeinschaftlich ziehen Spinnweb und Jimmy an der Kiste. Captain Schneeflöcken Versucht die andere Seite mit ihrem Enterhacken hochzuziehen.
„Ist das schwer!“ beklagt sich Jimmy.

„Das liegt an dem ganzen Gold, das da drin ist!“ Spinnweb merkt gar nicht, das es schwer ist, so begeistert ist sie!
Aber was ist das?

„Das ist gar keine Schatzkiste“, sagt Jimmy
„Bei den Pofalten meiner Großmutter! Das ist ein Sarg!“, bricht es aus Senfsamen heraus!
„Aber wenigstens ist der Sarg aus Gold!“ Spinnweb ist enttäuscht.

Ja, es ist ein Sarg – und was für einer. Es muss einmal der König dieser Stadt gewesen sein. Vor vielen Jahrhunderten.
„Was machen wir denn jetzt Captain?“, will Jimmy wissen.

„Gold oder nicht - der Sarg ist zu groß zum mitnehmen. Und ich will auch keine Toten an Bord!“, beginnt Captain Schneeflöckchen. Jimmy schaut etwas irritiert.
„Bei Dir ist das ja was anderes. Du lebst ja.“, fällt Spinnweb ihr ins Wort.
„Ich denke, seine goldene Waffe und die Muschel sollten wir mitnehmen. Vielleicht ist ja eine kostbare Perle hier!“, beendet der Captain ihre Ausführung.
Also beginnen sie den Sarg zu öffnen.

Als sie gerade den Deckel aufgeklappt haben, springen sie erschrocken zur Seite. Denn die Augen des Toten sehen sie genau an. Und als wenn das nicht gruselig genug wäre, setzt er sich auch noch in seinem Sarg auf.

„Momentmal, der lebt ja auch!“ Vielleicht können wir den Sarg dann doch mitnehmen.“, grübelt Spinnweb noch. Aber nicht all zu lange. Dann erhebt sich der tote König und erhebt sein Schwert.
„Senfsamen! Tu was!“, befiehlt hektisch Captain Schneeflöckchen!

„Oh nein.“, hört man Jimmys Stimme aus dem Hintergrund, der noch mal einen ganz großen Schluck aus der Rumflasche nimmt.
Dann tönen die aufeinander klirrenden Waffen über den Strand vor der Ruine.
„Senfsamen! Du schaffst das!“, feuert der Captain ihn an.

Spinnweb nutzt hingegen das Durcheinander, um nach der Muschel zu greifen.
Genau in dem Augenblick, als Spinnweb die Muschel aus dem Sarg aufgebt, bricht der Tote zusammen und liegt da, als wäre er nie aufgestanden.

Senfsamen glaubt fest daran, dass er ihn besiegt hat. Spinnweb ist da skeptisch. Sagt aber lieber nichts.
„Wir sollten ihn schnell wieder begraben. Bevor er erneut aufsteht!“, befiehlt Captain Schneeflöckchen.
„Dann besiege ich ihn wieder! Haha!“, spottet Senfsamen. Aber Spinnweb pflichtet ihrem Captain bei.

Nachdem sie gemeinschaftlich den Toten wieder in den Sarg gelegt haben, schließen sie diesen und lassen ihn in die Grube zurück.

„Und Du schaufelst ihn wieder zu!“, wendet sich Captain Schneeflöckchen an Jimmy. Der ist gar nicht begeistert. Aber Befehl ist nun mal Befehl.
Die anderen scharen sich derweil um Spinnweb und die Muschel.

„Lass sie uns aufmachen!“, drängelt Captain Schneeflöckchen. Aber Spinnweb ist sich da unsicher.
„Was wenn da auch keine Perle drin ist?“
„Dann werde ich auch diesen Feind in die Flucht schlagen!“ Irgendwie scheint der Kampf Senfsamen zu Kopf gestiegen zu sein.
„Es ist ganz sicher eine Perle darin!“, versichert Captain Schneeflöckchen noch einmal, die es vor Spannung kaum noch aushält!

Spinnweb öffnet vorsichtig die Muschel. Es ertönt ein leises Klingeln und bunte Sternchen flimmern über der offenen Muschel. Im nächsten Augenblick werden die Sterne zu einer wunderhübschen Fee.

„Wer bist Du denn?“, fragt Captain Schneeflöckchen verwundert.
„Und wo ist meine Perle?“, will Spinnweb wissen.
„Ich bin Perla“, antwortet die Fremde mit glockenheller Stimme.

„Ich danke Euch so sehr, dass ihr mich befreit habt.“, fährt die Perlenfee fort. „ Vor vielen Jahrhunderten hatte mich König Armas in diese Muschel eingesperrt, als er merkte, dass seine Fischer mehr Muscheln fingen, wenn ich im Schloss war. Das Geheimnis verriet er niemandem. Und nach seinem Tod ließ er die Muschel mit sich begraben.“
„Das ist ja gemein!“, mischt sich Jimmy ein, der auch dazugekommen ist.
Sie lächelt
„Nun will ich endlich zurück ins Meer. Aber zuvor will ich Euch noch einen Wunsch erfüllen.“

„Einen Wunsch?“, fragt Captain Schneeflöckchen.
„Dann ist es ja doch ein Schatz.“, freut sich Spinnweb.
„Vielleicht kann sie uns diese Piratin herzaubern.“, überlegt Senfsamen. „Wie hieß die doch noch mal?“
„Captain Anne Bonny“, lallt Jimmy, der heute echt schon viel zu viel Rum hatte
„Genau. Captain Anne Bunny. Kannst Du uns die herzaubern!“, fragt Captain Schneeflöckchen begeistert.
Sie murmelt leise etwas und schon erscheint zwischen ihnen eine Gestalt.

Dann verabschiedet sich Perle kurz und geht Richtung See, in der sie verschwindet.
Die anderen sind viel zu perplex um ihr noch nachzusehen. Denn zwischen ihnen steht Die Piratin, so wie Jimmy sich noch an sie erinnert – mit einer Ausnahme: Damals war sie doch kein Hase, oder?

„Wo bin ich? Und wo ist meine Mannschaft? Und vor allem, wo ist mein Schiff???“ Captain Bunny blickt sich verwirrt um und traut ihren Augen kaum.
„Was seid Ihr denn?!“, wendet sie sich schließlich an Senfsamen.
„Wir sind Elfenpiraten. Und wenn ihr mit an Bord der Dragonfly kommt, werde ich Euch alles erklären!“, beruhigt Captain Schneeflöckchen sie.

„Die bringen jemanden mit!“, erzählt Bohnenblüte freudig Motte, als sie die anderen auf das Schiff zukommen sieht. „Vielleicht haben sie ja doch Freunde gefunden. Und mich nicht mitgenommen!“
„Ja, lass uns mal schauen.“ Motte geht von Bord um die anderen zu begrüßen. Ist ja auch zeit, dass die zurückkommen. Schließlich ist die Fischsuppe fertig!

Alle stellen sich einander vor und dann sticht die Dragonfly in See und sie verlassen erst einmal diesen unheimlichen Hafen.

„Warum bin ich ein Karnickel?“ fragt Captain Bunny ärgerlich.
„Das war ein Unfall.“, druckst Senfsamen herum.
„Na ich hoffe, das können wir noch ändern.“, sagt Captain Bunny.
„Das hoffe ich auch.“, murmelt Jimmy
„Ganz bestimmt!“, ist sich Captain Schneeflöckchen sicher
„Aber erst wenn sie uns zu einem Schatz geführt hat“, brummelt Spinnweb vor sich hin.

Und so fährt die Dragonfly in sonnigeren Meeren neuen Abenteuern entgegen…