Willkommen im Traumwald
Mythen und Märchen

die Sache mit dem Urlaub 29

ein Geschenk des Himmels

Erster Akt

Im Himmel
Heilig Abend
 
Lillith: „Wird Zeit, dass der Adebar mal wieder hier auftaucht. So langsam wird’s voll hier.“

Kleiner Drachen: *Jaul*
Lillith: „Ja mein Kleiner. Ich bin mir sicher, Deine Mama kommt heute Dich abholen.“

Lillith: „Na, Freund Adebar. Kommst Du einen der kleinen Schreihälse holen?“
Adebar: „Aber sicher Fräulein Amme. Dieses Mal einen ganz besonderen.“

Lillith: „Oh, hat die Drachenmama doch keine Zeit, es selbst zu holen?“
Adebar: „Nein nein. Das Kleine ist mir dann doch zu schwer. Drachenbabys holt die Mama selbst, sofern sie fliegen kann. Ich bin wegen dem kleinen Monster hier.“
Lillith: „Ahh, das kleine von Igor und Emely. Ist es wirklich schon soweit?“

Lillith: „Ich geh das Kleine mal hohlen.“
Adebar: „Na, Kleiner Drache. Deine Mama ist auch schon überfällig!“
Kleiner Drache: *Jaul*

Lillith:“Was bist Du süß meine Kleine.“
Baby: Rabääähhh!“
Adebar: „Sie werden viel Freude mit dem kleinen Monster haben.“

Lillith: „Das will ich hoffen. Schließlich sind die Eltern auch Monster.“
Adebar: „Also die Mutter ist eine Hexe, soweit ich weiß.“
Baby: Rabääähhh!“

Kleiner Drache: *Jaul*
Lillith: „Oh nein, jetzt habe ich seinen Teddy-Bär vergessen. Sie wird furchtbar weinen, wenn sie ihn nicht hat.“

Lillith: „Was mache ich denn jetzt nur?“
Kleiner Drache: *Jaul*
Lillith: „Du hast Recht. Deine Mama wird bald kommen. Vielleicht nimmt sie mich mit zur Erde. Dann kann ich dem kleinen Monsterchen seinen Bären zurückbringen.“

Drakonia: „Da ist ja mein kleiner Liebling.“
Lillith: „Oh wie schön, dass Sie jetzt kommen. Ja, ihr Kleines wartet schon auf Sie. Und ob sie mich wohl mitnehmen würden?“
Drakonia: „Aber natürlich doch Fräulein Amme:“

Drakonia: „Wer kümmert sich jetzt um die Seelen der anderen Ungeborenen?“
Lillith: „Eine der anderen Ammen. Es ist immer eine Amme im Wolkenheim.“

Lillith: „Außerdem wollte ich schon lange meinen Neffen Igor wiedersehen.“


Transsilvanien
In den letzten Tagen des Jahres
 
„Schlaf gut.“
„Ich wünft Dir füfe Träume meine Liebfte.“
„Werde ich haben.“

„Ja, sieht süß aus.“

„Huch.“

„So langsam reicht es.“

„Du bist eine Gans?“

„Anscheinend doch nicht.“

„So langsam wird das unheimlich.“

„Ich will nach Hause.“

„Huhu Eule!“

„Weißt Du, wie ich hier wieder wegkomme?“

„Dann eben nicht.“

„Na wenigsten sagt der Schneemann nichts.“

„Ach nö, nicht der auch noch.“

„Die bringt mich sicher auch nicht nach Hause.“

„Es reicht! Ich will hier weg!!!“

„Igor!“

„Da bist Du ja mein Igor!“
„Liebfte?“

„Liebfte? Du träumft flecht. Wach mal auf.“

„Hoffentlich ist die Weihnachtszeit endlich vorbei. Ich bekomme schon Keksträume.“
„Du haft die letften Tage einfach fu wenig geflafen.“

„Ja, aber es ist sicher schon wieder Zeit.“
„Laf nur, ich kümmer mich fon.“

Du bist lieb, Igor. Aber gib mir unsere kleine Ofelia.“
„Fi ift genaufo hübf wie ihre Mama.“

„Schlafen können wir auch in ein paar Stunden noch.“

In den ersten Tagen des neuen Jahres
In einer Höhle in Transsilvanien

Lillith: „Ja, trink Deine Milch, damit Du ein großer Drache wirst.“
Drakonia: „Das machst Du hervorragend. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die je ein Drachenbaby gefüttert haben.“
Lillith: „Na ich nehme an, meist sind sie das Futter, oder?“

Lillith: „Ach meine Süße. Du wirst mir fehlen.“
Drakonia: „Ich danke Dir nochmal, für Deine Hilfe. Es war schön, dass Du hier warst, und mir in der ersten Zeit geholfen hast. Aber nun ist es Zeit, dass wir gehen.“
Lillith: „Und Du willst das Drächelchen nicht mitnehmen?“

Drakonia: „Wir sind Rubindrachen. Bis sie fünf Jahre ist, wird sie sich nicht in einen Menschen verwandeln können.  Und in der Zeit ist es am besten, wenn sie hier bleibt.  Ich werde einmal die Woche nach ihr sehen und ihr Nahrung bringen. Wenn sie alt genug ist, kann sie ihrer Wege ziehen und sich Menschen suchen, bei denen sie leben will.“
Lillith: „Wird sie nicht unter anderen Rubindrachen leben?“

Drakonia: „Die meisten von uns leben in kleinen Menschendörfern,  ohne dass jemand weiß, dass wir Drachen sind. Das habe ich die ersten zwei Jahrhunderte auch gemacht, bevor ich Lady Fortuna traf. Seit dem lebe ich beim  Zirkus. Die Zigeuner wissen, was ich bin. Das macht es einfacher.“
Lillith: „Einfacher?“


Drakonia: „Ich muss nicht nach jeder Paarung das Dorf mit meinem Drachenpartner tauschen, damit nicht auffällt, dass wir nicht älter werden und nicht sterben, wie die Menschen dort. Lady Fortuna sorgt dafür, dass solange mein Kind mich braucht, der Zirkus nicht weiterzieht. Wenn mein kleines Drachenkind größer ist, werde ich mir vielleicht auch wieder einen menschlichen Partner unter dem fahrenden Volk suchen. Auch wenn es mich immer traurig macht, wenn dieser alt wird und stirbt und ich weiterlebe.“
Lilith: „Interessant. Du hast paarst Dich mit einem anderen Drachen, aber lebst mit einem Menschen zusammen.“

Drakonia: „Weißt Du, Rubindrachen bekommen immer nur Nachwuchs, wenn ihr menschlicher Partner stirbt. Dann verlassen sie ihr Dorf und suchen, bis sie auf einen anderen Rubindrachen treffen. Das habe ich auch. Nur dass ich meine Leute nicht verlassen werde, jetzt wo Draculina geschlüpft ist.“
Lilllith: „Kommt ihr nie auf die Idee, mit dem Drachenvater zusammen zu bleiben?“

Drakonia: „Das kommt nur sehr selten vor. Manchmal in größeren Städten. Aber wir fühlen uns unter so vielen Menschen nicht wohl.  Ir kennen dann nicht alle, wissen nicht, wer uns böses wollen könnte. Nein, wir leben und verteidigen immer nur eine kleine Gemeinschaft.“
Lillith: „Darf ich die kleine Draculina denn auch ab und an besuchen?“
Drakonia: „Ich denke, das würde sie sehr freuen.“

Lillith: „Aber nun muss ich erstmal Igors kleiner Ofelia ihren Teddybären bringen.“
Drakonia: „Tu das. Und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“

Lillith: „Grüße Lady Fortuna.“
Drakonia: „Grüße an Igor und seine Familie.“

Lillith: „Na nun muss ich aber los!“


zweiter Akt

In den Böhmischen Bergen
Ungefähr zur selben Zeit
 
Vlad: „So langsam hätte ich Appetit auf was heißblütiges.“
Betty: „Dann hätten wir Urlaub in Spanien machen müssen.“
Vlad: „Da würden wir aber kaum Ski fahren.“

Vlad: „So richtig olympisch sieht das nicht aus, was Du da machst.“
Betty: „Doch mein Liebster. Das nennt sich Skijöring. Diese Sportart kommt aus Norwegen und war sogar bei den Olympischen Spielen 1928 in St. Moriz Demonstrationswettbewerb.“
Vlad: „Aber kaum mit einer Ziege, mein Mondlicht!“

Betty: „Das spielt keine Rolle. Außerdem ist es Wellness und liegt damit voll im Trend, mein Liebster.“
Vlad: „Wo Du es sagst. Dieses Jahr haben wir eine Mannschaft bei den Olympischen Wellness-Spielen. Schade, dass die Zwerge keinen Fernseher haben, um es zu verfolgen.“
Betty: „Radio haben sie. Da läuft zwischendurch wenigstens Musik.“

Vlad: „Vielleicht sollten wir für die Spiele nach Hause fahren und gemeinsam mit unserer Großnichte schauen.“
Betty. „Ich denke nicht, dass es so eine gute Idee ist, bei dem Wetter, den ganzen Weg mit dem Auto zu fahren. Ich will nicht, dass wir noch einen Unfall haben.“
Vlad: „Mein Mondlicht, wir sind bereits tot und schlimmstenfalls haben wir Abendessen.“

Betty: „Ich mache mir auch mehr Sorgen um unser Auto!“
Vlad: „Da hast Du vielleicht Recht.“
Betty: "Ich habe immer Recht!"

Betty: „Obwohl ich die Piraten-Mannschaft gern gesehen hätte. Die Jungs sehen echt lecker aus.“
Vlad: „Na ich denke, die Wichtelmannschaft hat gute Chancen. Ich hab die schon auf dem Rodelberg gesehen.“
Betty: „Komm, lass uns ein Rennen machen! Ganz olympisch natürlich.“

Vlad. „Was wird aus dem Abendessen?“
Betty: „Wer als letzter an der Hütte ist, lebt noch!“
Vlad: „Ganz olympisch natürlich…“

Vlad: „Also mit Wellness hat das irgendwie nichts zu tun.“
Betty: „Hüüüüaaa!“